Erfahrungsbericht Donauradweg

Donauradweg Passau – Wien: Mein Erfahrungsbericht in 6 Etappen

350 Kilometer, 6 Etappen, ein Fluss: Der Donauradweg von Passau nach Wien — meine persönliche Erfahrung auf der Tour im April 2026.

Der Donauradweg zählt zu den bekanntesten Radrouten Europas. Auf rund 350 Kilometern führt er von Passau an der deutsch-österreichischen Grenze entlang der Donau bis in die österreichische Hauptstadt Wien. In diesem Bericht nehme ich euch mit auf meine Reise — Etappe für Etappe, mit ehrlichen Eindrücken zu Strecke, Unterkünften und allem, was unterwegs nicht im Reiseführer steht.


Anreisetag: Mit der Bahn nach Passau

Meine Reise begann in Karlsruhe. Mit zweimal Umsteigen und einem entspannten Schlussstück auf der Regionalbahn von München nach Passau — gut zwei Stunden, aber angenehm — rollte ich schließlich in die Dreiflüssestadt ein. Großer Zug, genug Platz fürs Fahrrad, kein Stress. So soll eine Anreise sein.

Übernachtung: Hotel Wilder Mann, Passau

Wer in Passau übernachtet, sollte wissen, was er da betritt. Das Hotel Wilder Mann am Rathausplatz ist kein gewöhnliches Hotel — es ist ein lebendes Stück Geschichte. Die historischen Gebäude stammen aus der Zeit der Gotik und des Barock, und bereits 1303 wird eines der Häuser urkundlich erwähnt.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich das Haus zum gefragten Treffpunkt für Berühmtheiten: Graf von Zeppelin, der Dichter Adalbert Stifter und Kaiserin Elisabeth von Österreich („Sisi“) logierten hier. Im September 1862 reiste Sisi mit einem Sonderzug aus Wien an, mietete sieben Zimmer für sich und ihr Gefolge und verbrachte sechs Tage in Passau — abends gab es zu ihren Ehren sogar einen Fackelzug mit Militärmusik vor den Fenstern des Hotels. Und als das Haus 1985 nach aufwändiger Renovierung wiedereröffnet wurde, übernahm das kein Geringerer als Neil Armstrong, der erste Mensch auf dem Mond.

Im selben Gebäudekomplex befindet sich übrigens das Glasmuseum Passau — laut dem Schweizer Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt das schönste Glasmuseum der Welt.

Das Frühstück war wirklich gut — lecker, reichhaltig, und dazu ein toller Blick über den Inn. Das Personal war durchweg superfreundlich.

Bewertung aus Fahrrad-Hotels-Sicht
Zum Thema Fahrradabstellmöglichkeit muss ich ehrlich sein: Das Fahrrad kam in den Eingangsbereich des Hotels — also drinnen, was schon mal gut ist. Optimal war es nicht, aber die Rezeption hatte durch Glastüren immer Sichtkontakt. Für Fahrradreisende ist das ein Punkt, den man im Hinterkopf behalten sollte. Der Radweg verläuft übrigens direkt am Hotel — das ist ein echter Pluspunkt.

Unterkunft Anreisetag:


Etappe 1: Von Passau in die Donauauen – ein traumhafter Einstieg

Gestern Ankunft, heute Sattel — der Donauradweg fängt gut an.

Heute Morgen bin ich entspannt um elf Uhr gestartet — kein Stress, kein früher Wecker, einfach losgekurbelt.

Und was soll ich sagen: Die Strecke hat mich positiv überrascht. 35 Kilometer, fast durchgehend leicht bergab — nicht steil, sondern dieses angenehme, gleichmäßige Gefälle, bei dem die Beine sich ausruhen dürfen. Der Belag war der absolute Hammer. Schnell, glatt, top gepflegt.

Bei etwa der Hälfte habe ich eine Mittagspause eingelegt und wurde mit einem wunderschönen Blick auf die Donau belohnt.

Außerdem habe ich am heutigen Tage noch einen wichtigen Meilenstein erreicht: Ich habe die Deutsch-Österreichische Grenze passiert, was tatsächlich sehr unspektakulär war. Der größte erkennbare Unterschied war die Radweg-Beschilderung, sonst hätte ich es wahrscheinlich gar nicht gemerkt.

Ein weiteres Highlight war die Fahrt mit einer kleinen Radfähre, die ich auf der heutigen Etappe immer mal wieder gesehen habe. Das Charmante daran: Man muss eine Glocke läuten, sodass der Kapitän weiß, dass man den Fluss überqueren möchte. Ich hatte unglaublich viel Spaß daran.

Was ich nicht verschweigen will: Der Radweg verläuft zu einem guten Teil entlang der Straße — ich schätze mal 70 bis 75 Prozent. Für eingefleischte Naturradler kann das etwas ernüchternd klingen. Mich hat es aber kaum gestört, denn die Kulisse entschädigt für alles. Die Donau begleitet einen immer wieder, die Aussichten sind wirklich toll, und zwischendurch gibt es mehrere Einkehrmöglichkeiten direkt an der Strecke.

Ankunft: Wesenufer Hotel & Seminarkultur an der Donau

Mein heutiges Ziel: das Wesenufer Hotel & Seminarkultur an der Donau. Und ich bin begeistert. Das Zimmer hat direkten Blick auf die Donau, die Lage ist idyllisch — man sitzt buchstäblich am Fluss. Es gibt sogar eine Sauna im Haus.

Nach dem Ankommen hab ich erst mal einen ausgiebigen Mittagsschlaf gemacht. Verdient. Und auf das Frühstück morgen früh — wieder mit Donau-Blick — bin ich schon sehr gespannt.

Entspannter Start, traumhafte Strecke, tolle Unterkunft. Der Donauradweg macht gleich zu Beginn richtig Lust auf mehr.

Unterkunft Etappe 1:


Etappe 2: Von Wesenufer nach Linz – Schlögener Schleife, Fähre und Seitenwechsel

Eine Etappe mit Höhen, einer kurzen Flaute und einem großartigen Highlight.

Der Start: Gemütlich und etwas zäh

Heute Morgen bin ich spät losgefahren — kein Stress, kein Frühaufsteher-Ehrgeiz. Die ersten fünf Kilometer verliefen entlang der Bundesstraße, was ehrlich gesagt nicht besonders schön war. Aber das änderte sich schlagartig.

Die Schlögener Schleife — das Highlight der Etappe

Dann kam die Schlögener Schleife, und die hat mich wirklich umgehauen. Megaschön. Kaum andere Radfahrer, fast der ganze Weg für mich alleine, überall tolle Natur — Bäume, ein bisschen Wasser, rechts und links sanfte Berge. Genau so stellt man sich eine Donauradweg-Etappe vor. Ich hab’s voll genossen.

Mittagspause in Aschach an der Donau

In Aschach an der Donau hab ich dann eine Pause eingelegt und bei einem Italiener zu Mittag gegessen — Pizza, die genau das Richtige war nach dem Vormittag im Sattel.

Abstecher: Fähre nach Wilhering und das Stift

Nach der Mittagspause hab ich spontan die Fähre von Ottensheim nach Wilhering genommen — um das dortige Stift anzuschauen. Und es hat sich absolut gelohnt: Die Kirche war wunderschön. Ich bin extra mit der Fähre hin- und hergefahren, nur dafür — und würde es jederzeit wieder tun. Allerdings war das auch mit ein Grund, warum ich etwas später in Linz ankam als geplant.

Seitenwechsel — und ein flacheres Stück

In Aschach hab ich dann die Donauseite gewechselt, um der Bundesstraße auf der anderen Seite auszuweichen. Was danach kam, war eine Weile weniger reizvoll — flach, wenig Natur im Vergleich zu dem, was davor kam. Das lag einfach an der Strecke selbst, auf der anderen Seite sah’s genauso aus. Zum Glück war das nicht allzu lang. Gegen Ende tauchten wieder Bäume und ein paar Hügel auf — und das macht einfach einen riesigen Unterschied. Dann die Einfahrt nach Linz.

Übernachtung: Archotel Nike, Linz

Das Archotel Nike ist ehrlich gesagt etwas in die Jahre gekommen — das merkt man. Aber zwei Dinge haben mich positiv überrascht: Das Frühstück war richtig gut und lecker, wenngleich auch preislich im oberen Bereich.

Und die Lage ist wirklich angenehm — direkt an der Donau, zu Fuß in die Stadt, mit der Möglichkeit, abends noch etwas an der Donau zu trinken. Das Lentos Kunstmuseum liegt quasi um die Ecke.

Bewertung aus Fahrrad-Hotels-Sicht

Hier kann ich eine klare Empfehlung aussprechen: Der Fahrradkeller war richtig gut. Ein abgesperrter Käfig in der Tiefgarage, den man nur mit der eigenen Zimmerkarte erreicht. Sicher, trocken, überwacht — genau das, was Radreisende brauchen.

Linz — mehr als nur Industriestadt

Ich muss ehrlich sagen: Ich hab das Gefühl, Linz nicht gerecht geworden zu sein. Wegen des späten Starts und der langen Etappe blieb einfach zu wenig Zeit, um die Stadt richtig zu erkunden. Dabei hat Linz kulturell wirklich viel zu bieten.

Das Lentos Kunstmuseum liegt direkt beim Hotel an der Donau — mit rund 1.700 Gemälden und Skulpturen sowie über 13.500 Grafiken zählt es zu den wichtigsten Museen moderner Kunst in Österreich, mit Klimt, Schiele und Kokoschka inklusive. Die transparente Glasfassade lässt das Lentos nachts in bunten Farben leuchten, und ein überdimensionaler Bilderrahmen gibt den Blick auf den Pöstlingberg frei.

Beim Hafen gibt es außerdem einen Graffiti-Park, der wirklich spannend aussah — leider montags und dienstags geschlossen, und Besuche laufen nur über Führungen. Das sollte man also unbedingt vorab einplanen.

Und dann ist da noch der Pöstlingberg, Linzs Hausberg. Die Pöstlingbergbahn fährt im 30-Minuten-Takt direkt ab dem Linzer Hauptplatz und überwindet in nur 20 Minuten einen Höhenunterschied von 255 Metern auf den 539 Meter hohen Gipfel. Oben warten Wallfahrtsbasilika, Aussichtsplattform und Grottenbahn — alles bequem ohne Auto erreichbar.

Linz ist definitiv mehr als ein Industriestandort. Wer auf dem Donauradweg durchkommt, sollte hier mindestens zwei Nächte einplanen.

Unterkunft Etappe 2:


Etappe 3: Von Linz nach Ardagger Markt – Gegenwind als Gegner

Schöner Start, grüne Landschaft, und dann kam der Wind.

Die ersten 20 Kilometer: Wie geflogen

Das Frühstück im Hotel in Linz war das beste auf der ganzen Tour, super lecker, sehr viel Auswahl.
Als ich mit meinen Fahrradtaschen in die Garage gelaufen bin und losfahren wollte, bemerkte ich zwei weitere Radurlauber und hörte wie sie englisch miteinander sprachen. Nach einer kurzen Unterhaltung stellte sich heraus, dass sie aus Australien sind und auch den Donauradweg nach Wien fahren, witzigerweise waren wir auf der heutigen Etappe wieder im gleichen Hotel.

Der Start aus Linz heraus war richtig schön — alles grün, die Wegbeschaffenheit wie immer absolut top. Die ersten 20 Kilometer bin ich quasi geflogen, der Asphalt war perfekt und es lief wie von selbst. Man könnte fast vergessen, dass man radelt.

Unterwegs bin ich noch an einem kleinen Hofladen vorbeigekommen, der mich so angesprochen hat, dass ich kurzerhand eine Saftschorle getrunken und ein paar Mitbringsel gekauft habe.

Dann kam der Gegenwind

Und dann kam er. Der Gegenwind. Und der hat diese Etappe leider gnadenlos dominiert. Die Strecke selbst war nicht besonders spektakulär — hauptsächlich geradeaus, rechts und links Wälder. Dafür gab es superviel Bärlauch zu sehen, und stellenweise führte der Weg durch kleine Dörfer — das fand ich eigentlich ganz cool, mal etwas anderes als reine Natur.

Bei Mauthausen fährt man kurz an der Straße entlang, danach hört das auf. Aber danach begann der eigentliche Kampf: permanenter Gegenwind mit 20 km/h, dazu Böen bis zu 54 km/h. Es war am Ende wirklich nur noch Durchbeißen. Ich war so froh, als ich endlich im Hotel ankam.

Witzigerweise war der starke Wind für ein, zwei Tage später angesagt — ich hab’s zum Glück vorher nicht nochmal gecheckt. Sonst wäre meine Motivation deutlich niedriger gewesen.

Die letzte Etappe des Tages: Zur Brücke und rüber nach Ardagger Markt

Für die Übernachtung bin ich extra auf die andere Donauseite gewechselt — über die Brücke nahe Hütting, die nach Wallsee führt. Die letzte Etappe dorthin verlief nicht direkt an der Donau, sondern vorbei an Blumenwiesen und durch wenig befahrene Straßen — eigentlich ganz schön, und bei dem Sauwetter ohnehin zweitrangig.

Wer möchte, kann übrigens auch auf der Donaunordseite bleiben und einen kleinen Umweg in Kauf nehmen — ca. 5 km mehr, etwa 10-15 Minuten. Heute kam das für mich wegen des Gegenwinds nicht infrage, und ehrlich gesagt war es auch die klügere Wahl: Am Fluss ist man dem Wind noch viel stärker ausgesetzt als durch Dörfer und Felder, wo ab und zu ein Haus den Wind etwas bricht.

Übernachtung: Schiffsmeisterhaus, Ardagger Markt

Und dann das Schiffsmeisterhaus: Ein kleiner Ort, aber genau deshalb war ich so froh über dieses Gasthaus. Der Fahrradkeller ist ausgeschildert, das Zimmer ist riesig, mit Balkon und Blick ins Grüne. Man hört nur Natur — Wasser, Vögel, Stille. Keine FOMO, keine To-do-Liste. Einfach ankommen, entspannen, genießen. Genau das, was man nach so einem Tag mit schwierigen Wetterbedingungen braucht.

Das Abendessen war superlecker — viel Gemüse, frisch, richtig gut. Und das Beste: Ich durfte direkt am Kamin sitzen. Erst da hab ich gemerkt, wie verfroren ich wirklich war. Diese Wärme hat so gutgetan.

Die Wettervorhersage für morgen sieht deutlich besser aus. Rückenwind wäre natürlich das Schönste — aber allein weniger Gegenwind wäre schon ein Geschenk. 🚴‍♂️

Unterkunft Etappe 3:


Etappe 4: Von Ardagger Markt nach Melk – Idylle, Donau und ein Barock-Juwel

Endlich wieder gutes Wetter — und ein würdiger Abschluss des Tages.

Der Start: Ruhig, grün und einfach schön

Losgefahren in Ardagger Markt, und das Wetter hat mitgespielt — leichtes Nieseln, aber absolut okay. Die ersten zehn Kilometer sind wieder verflogen. Super Belag, wunderschöne Idylle, alles ruhig. Ich mag es generell sehr, morgens zu fahren — und genau das war heute wieder der Beweis warum.

Die Donausüdseite war eindeutig die richtige Wahl. Kein Straßenverkehr, während die andere Seite auf der Karte schon sehr straßenlastig aussah — und so wirkte sie auch in der Realität. Froh, nicht da gefahren zu sein.

Ab Freienstein: Kurzes Straßenstück

Ab Freienstein ging es dann auf eine Landesstraße — zum Glück wenig befahren und daher gut zu fahren. Ab Ybbs an der Donau war das dann wieder vorbei, zurück zur Idylle direkt an der Donau.

Kleiner Tipp für alle, die durch Ybbs kommen: Es gibt dort ein Fahrradmuseum, das allerdings erst ab Mai geöffnet ist und damit für Frühjahrsradler leider außer Reichweite bleibt. Für alle, die später in der Saison unterwegs sind, ist es aber sicher einen Abstecher wert.

Mittagspause: Babenberger Hof in Ybbs an der Donau

In Ybbs hab ich dann im Babenberger Hof Mittagspause gemacht — und das war eine richtig gute Entscheidung. Montags bis freitags gibt es ein Mittagsmenü mit zwei Gängen, entweder mit Vorspeise oder Nachspeise plus Hauptgang, und immer eine vegetarische Alternative. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist wirklich gut. Ich hab mir etwas mehr Zeit gelassen — nach dem entspannten Morgen hat man einfach keine Eile.

Weiter nach Melk: Fast nur Donau

Nach der Pause war die Strecke wieder voll idyllisch — fast die ganze Zeit direkt an der Donau entlang. Genau so soll das sein. Und dann, kurz vor dem Ziel, taucht es auf: Stift Melk, weithin sichtbar hoch über der Donau auf einem Felsen. Ein Anblick, der einen schon vom Radweg aus beeindruckt.

Stift Melk — ein Muss auf dem Donauradweg

Nach dem Einchecken noch schnell rauf zum Stift Melk — und das hat sich absolut gelohnt. Kloster, Garten, Bibliothek und Museum — ich hab alles mitgenommen und war froh, dass noch offen war.

Das Stift Melk ist eine Benediktiner-Abtei direkt an der Donau — der heutige Barockbau wurde zwischen 1702 und 1746 von Jakob Prandtauer errichtet und gehört als Wahrzeichen der Wachau zum UNESCO-Welterbe. Seit dem 21. März 1089 leben und wirken hier in ununterbrochener Folge Mönche nach der Regel des heiligen Benedikt. Die Stiftsbibliothek beherbergt über 100.000 kostbare Bände, und der Marmorsaal gilt als Paradebeispiel barocker Repräsentationskunst.

Das Stift ist auf jeden Fall einen Besuch wert — man nimmt einfach noch etwas mit für den Abend, bevor man sich ein Restaurant in der Altstadt sucht. Das Hotel hat übrigens auch ein eigenes Restaurant, wer es lieber unkompliziert mag.

Praktischer Tipp: Führungen gibt es nur zur vollen Stunde zwischen 10 und 15 Uhr — wer später ankommt, verpasst sie leider, so wie ich. Man kann aber auch ohne Führung durch Kloster, Museum und Bibliothek gehen, und wer nur den Garten besichtigen möchte, zahlt einen günstigeren Eintrittspreis. Für Radreisende, die am Nachmittag ankommen: Den Garten auf jeden Fall mitnehmen — er ist wunderschön.

Abends in der Altstadt: Marillen und mehr

Nach dem Stift bin ich noch ein bisschen durch die Altstadt von Melk gebummelt — und hab dabei gelernt, dass Melk als Eingangstor in die Wachau gilt, eine der berühmtesten Weinregionen Österreichs. Und die Wachau ist bekannt für ihre Marillen — also Aprikosen — in allen erdenklichen Variationen: Marillenschnaps, Marillenlikör, Marillenessig, Marillenmarmelade. Ich hab nicht widerstehen können und mir das ein oder andere mitgenommen. Wer auf der Suche nach einem schönen Mitbringsel ist, sollte sich auf jeden Fall die Zeit nehmen, ein bisschen zu probieren — man kann überall kosten, bevor man kauft.

Übernachtung: Hotel Wachauerhof, Melk

Das Hotel Wachauerhof liegt superzentral in der Altstadt — ruhig gelegen und nur drei Minuten zu Fuß von allem. Das Zimmer ist groß, die Lage perfekt, es gibt ein Restaurant sowohl für Frühstück, Mittag- als auch Abendessen. Das Personal war sehr hilfsbereit und hat mir einige Tipps zu Melk, insbesondere dem Stift gegeben.

Bewertung aus Fahrrad-Hotels-Sicht

Sehr gut: Es gibt einen abgesperrten Fahrradkäfig bei den Parkplätzen — sicher, trocken und gut erreichbar. Für Radreisende genau das Richtige.

Unterkunft Etappe 4:


Etappe 5: Von Melk durch die Wachau nach Brunnkirchen – Marillenblüte und Weinreben

Die Wachau zeigt ihr schönstes Gesicht — man muss nur früh genug losfahren.

Der Start: Steil raus aus Melk

Aus Melk heraus ging es gleich mit einem steilen Anstieg los, und die ersten Meter verliefen kurz an der Straße. Das war aber schnell vorbei — und dann kam die entscheidende Frage des Tages: Welche Seite der Donau?

Wer an einem Tag wie diesem unterwegs ist, sollte sich das gut überlegen. Denn in der Wachau gibt es zwar mehrere Fähren, die eine Seite zur anderen verbinden — aber nicht zu jeder Zeit. Wer zu spät dran ist oder zur falschen Stunde ankommt, hat Pech gehabt und muss auf der einmal gewählten Seite bleiben.

Die Fähren-Falle

Genau das ist mir nämlich heute passiert. Die Rollfähren in der Wachau machen mittags eine Pause — die Fähre Weißenkirchen beispielsweise fährt werktags von 09:15 bis 11:45 Uhr und dann erst wieder ab 13:30 Uhr. Ich war gegen Viertel nach zwölf sowohl bei der Fähre in Spitz als auch kurz danach bei der Fähre in Weißenkirchen in der Wachau — und beide hatten Mittagspause. Ein Seitenwechsel war damit nicht möglich. Ich wollte nämlich eigentlich auf der anderen Seite zu Mittagessen.

Mein Tipp: Wer auf bestimmte Orte auf der anderen Seite möchte, sollte die Fährzeiten unbedingt vorab checken und früh genug losfahren. Aber auch wer einfach auf seiner Seite bleibt, wird in der Wachau definitiv nicht enttäuscht — wie der Rest dieser Etappe beweist.

Ab Rührsdorf: Das absolute Highlight der Etappe

Ab Rührsdorf auf der Südseite der Donau begann dann ein Streckenabschnitt, der mich wirklich vom Hocker gehauen hat. Die ganze Zeit fuhr man durch blühende Marillenbäume und endlose Weinreben — ein Anblick, der einfach unfassbar schön war. Die Marillenblüte in der Wachau ist wirklich atemberaubend, und ich hab jeden Kilometer davon genossen. Was auf der anderen Seite war, kann ich nicht sagen — aber die Südseite war definitiv eine ausgezeichnete Wahl.

Mittagessen: Heuriger Seidel

Nach diesem Highlight-Abschnitt war es Zeit für eine Pause — beim Heurigen Seidel, gegenüber von Dürnstein.

Kurz zur Erklärung für alle, die den Begriff nicht kennen: Ein Heuriger ist in Österreich sowohl die Bezeichnung für einen jungen Wein des aktuellen Jahrgangs als auch für das Weinlokal, in dem er ausgeschenkt wird — der Begriff leitet sich vom österreichischen Wort „heuer“ für „in diesem Jahr“ ab. Ich habe mich dennoch für einen Sekt mit Aprikosenlikör entschieden, welcher mich sehr glücklich gemacht hat, wie man glaube ich sehen kann.
Das Essen war auch lecker, wenngleich etwas auf der teureren Seite — aber in der Wachau ist das keine große Überraschung.

Krems an der Donau: Größer und schöner als erwartet

Kurz vor Krems wechselte ich bei Stein an der Donau — dem malerischen Vorort direkt westlich von Krems — auf die andere Seite. Dann fuhr und lief ich noch ein bisschen durch Krems an der Donau selbst, und ich muss sagen: Die Stadt ist deutlich größer und schöner als ich erwartet hatte. Wer hier durchkommt, sollte sich etwas Zeit lassen. Es gibt schöne Möglichkeiten zum Souvenirkaufen, tolle Bäckereien, gute Restaurants — und einfach eine lebendige Altstadt, die einen Spaziergang wert ist.

Dann über die Brücke in Krems auf die andere Seite der Donau, und weiter zum heutigen Ziel.

Übernachtung: Weinhof Maier, Brunnkirchen

Heute Abend schlafe ich beim Weinhof Maier — Urlaub beim Winzer, direkt in der Region. Nach dem ganzen Tag in der Wachau genau das Richtige. Wichtig zu wissen ist, dass es hier kein Abendessen gibt, sondern man auf andere Lokale im Dorf angewiesen ist. Hier unbedingt die Öffnungszeiten der umliegenden Lokale prüfen, nicht dass ihr hungrig ins Bett gehen müsst.

Zum Abendessen war ich also in einem Hotel mit Restaurant direkt schräg gegenüber, dort gab es Marillenknödel und einen Marillennektar gespritzt. Eigentlich hatte ich mich heute sowieso fast ausschließlich von Marillen ernährt — und in der Wachau ist das keine Schande. Ganz im Gegenteil: Genau dafür ist man hier.

Bewertung aus Fahrrad-Hotels-Sicht

Sehr gut aufgestellt: Es gibt einen abgesperrten Fahrradkäfig, den man mit demselben Schlüssel öffnet wie das Haus und das Zimmer — praktischer geht es kaum. Im Käfig befinden sich mehrere Steckdosen, sodass man die Fahrräder über Nacht bequem aufladen kann. Für E-Bike-Fahrer ein echter Pluspunkt. Was man wissen sollte: Der Weinhof bietet nur Frühstück an, kein Restaurant. In der direkten Umgebung gibt es aber ein bis zwei Restaurants.

Fazit Etappe 5: Die Wachau ist ein absolutes Highlight auf dem Donauradweg — plant die Fährzeiten ein, fahrt früh los, und nehmt euch Zeit für Krems. Es lohnt sich.

Unterkunft Etappe 5:


Etappe 6: Von Brunnkirchen nach Wien – 80 Kilometer auf traumhaftem Asphalt

Die letzte Etappe. Leicht, schnell und voller Vorfreude.

Der Start: Traumhafter Untergrund, kaum Steigungen

Losgefahren aus Brunnkirchen, und von Anfang an war klar: Das wird ein guter Tag. Der Untergrund war wieder einmal hervorragend — und das ist generell eines der großen Highlights des Donauradwegs: Der Asphalt ist durchgehend in einem Zustand, den man so nicht auf jedem Radweg findet. Es ist schlicht der beste Radweg-Untergrund, den ich jemals gefahren bin. Dazu kaum Steigungen, eigentlich ging es die ganze Zeit nur minimal bergab. Für einen 80-Kilometer-Tag genau das Richtige.

Die Landschaft war flach, mit Bäumen links und rechts — nicht spektakulär, aber angenehm. Was die Strecke lebendig gehalten hat, war die Donau selbst: Sie verlief an dem Tag sehr kurvig, was immer wieder neue Ausblicke und Abwechslung brachte. Dazu war ich in den frühen Morgenstunden fast allein auf dem Radweg — genau so mag ich das.

Tulln an der Donau: Die Gartenstadt

Auf etwa halbem Weg kam ich durch Tulln an der Donau — und hab dort eine kurze Pause gemacht, bin ein bisschen durch die Stadt gelaufen. Mir hat es voll gut gefallen: Der Innenstadtkern ist wirklich schön und gepflegt, der Hafen und die Donaulände sind toll gestaltet. Tulln ist auch ein prima Tagesausflugsziel von Wien aus, wenn man mit dem Fahrrad unterwegs ist.

Den Beinamen „Gartenstadt“ trägt Tulln übrigens nicht ohne Grund: Tulln gilt als Österreichs ökologische Gartenhauptstadt — mit einer sieben Hektar großen Ausstellung mit über 70 Schaugärten und der alljährlich stattfindenden Gartenbaumesse. Bekannt ist Tulln außerdem als Geburtsstadt des Malers Egon Schiele, dem ein eigenes Museum gewidmet ist.

Weiter auf der Südseite: Klosterneuburg und Schrebergärten

Nach Tulln habe ich mich entschieden, auf der Südseite der Donau zu bleiben — es wäre auch möglich gewesen, die Seite zu wechseln, aber bei 80 Kilometern Gesamtlänge war das nicht nötig.

Kurz vor Wien kommt man am Stift Klosterneuburg vorbei — ein imposantes Augustiner-Chorherrenstift, das man vom Radweg aus schon gut sehen kann und für das sich ein Halt lohnt, wenn man Zeit hat. Die Strecke führt außerdem an einigen Schrebergärten vorbei, man ist nicht immer direkt an der Donau — aber ich fand’s abwechslungsreich und schön.

Ehrlich gesagt können die letzten 40 Kilometer vor Wien etwas eintönig wirken, wenn die Landschaft flacher wird und weniger Abwechslung bietet. Aber bei gutem Wetter und diesem Asphalt fliegt man einfach so durch — und Wien wartet am Ende mit mehr als genug, um alles zu vergessen.

Ankunft in Wien: Über die Donauinsel

Für die letzten Kilometer habe ich noch einen kleinen Schlenker gemacht und bin über die Donauinsel in die Stadt eingefahren — ein toller Abschluss. Es war total easy, die 80 Kilometer haben sich leicht angefühlt, und ich bin voller Vorfreude in Wien angekommen.

Selbstverständlich habe ich in Wien auch noch ein paar Tage verbracht und hatte eine wunderbare Zeit. Hier bin ich privat untergekommen. Wir haben aber natürlich in unserem Routenplaner auch Unterkünfte in Wien gelistet, einfach mal reinschauen: Zum Routenplaner am Donauradweg.

In Wien gibt es so viel zu entdecken, dass man dieser wunderschönen Stadt in wenigen Tagen fast nicht gerecht werden kann. Falls euch interessiert, was ich dort so unternommen habe, schaut mal auf unserem YouTube Kanal vorbei: https://www.youtube.com/@Fahrrad-Hotels


Fazit: Donauradweg Passau – Wien — eine uneingeschränkte Empfehlung

Sechs Etappen, ein unvergesslicher Weg. Hier kommt mein ehrliches Fazit nach der kompletten Tour.

Was mich begeistert hat:

Der Untergrund ist schlicht außergewöhnlich. Der Donauradweg hat durchgehend einen der besten Asphalte, die ich je auf einem Radweg gefahren bin — das macht einfach Spaß und man kommt schnell voran.

Was mich besonders fasziniert hat, war die Entwicklung der Landschaft. Die Tour fängt mit den hügeligen Abschnitten rund um Passau an, steigert sich zur atemberaubenden Schlögener Schleife, führt durch die dramatische Wachau mit ihren Weinreben, Marillenbäumen und Burgruinen — und flacht dann Richtung Wien hin ab. Wer wie ich lieber Landschaft mit Bergen und Hügeln mag als flaches Gelände, der liegt in der ersten Hälfte der Tour goldrichtig. Die Schlögener Schleife und die Wachau waren für mich absolute Highlights.

Besonders schön fand ich auch, dass ein Großteil der Unterkünfte direkt an der Donau liegt — man ist dem Fluss die ganze Zeit nah, schläft mit Blick aufs Wasser und wacht damit auf. Das gibt der Tour eine ganz besondere Atmosphäre. Gegen Ende wird das etwas weniger, aber das hängt natürlich auch immer von Verfügbarkeit und eigener Planung ab.

Was mich außerdem überrascht hat: Wie international der Radweg ist. Ich hab unterwegs Radler aus den USA, Australien und England getroffen — der Donauradweg ist weltweit bekannt und das merkt man. Es ist schön zu sehen, wie viele Menschen aus aller Welt diese Route wählen.

Mein Tipp zur Reisezeit: Ich bin Mitte April gefahren, also außerhalb der Hochsaison — und das kann ich voll empfehlen. Weniger Betrieb auf dem Radweg, frische Luft, und in der Wachau die unglaubliche Marillenblüte. Perfektes Timing.

Ist ein E-Bike nötig? Definitiv nicht. Der Donauradweg ist ohne E-Bike absolut machbar — die Steigungen sind moderat, der Untergrund top, und die Etappen lassen sich gut planen. Wer kürzere Tagesetappen fährt, kommt entspannt ans Ziel.

Was weniger begeistert hat: Die letzten Etappen Richtung Wien werden landschaftlich flacher und eintöniger — besonders die letzten 40 Kilometer vor der Stadt. Das ist meiner Meinung nach nicht tragisch, aber man sollte es wissen.

Abschlussempfehlung: Wien nicht einfach nur als Endpunkt abhaken. Die Stadt hat so viel zu bieten, dass man mindestens ein paar Tage einplanen sollte. Die Tour endet hier — das Abenteuer geht weiter. 🚴‍♂️

Du möchtest deine eigene Tour am Donauradweg planen? Dann nutze unseren kostenlosen Routenplaner: