Interview mit Lars von TRACK

Wander- und Radwege teilen sich oft dieselben Landschaften, manchmal sogar dieselben Strecken. Und sie teilen eine Haltung: raus aus dem Alltag, rein in die Region – auf offiziellen Wegen, mit Respekt für Natur und Schutzgebiete. TRACK setzt genau hier an und begleitet Wandernde mit automatischen Audioguides, damit das Handy in der Hosentasche bleiben kann. Im Interview erzählt Gründer Lars, wie die Idee im Lockdown entstand, was sich verändert, wenn man sich führen lässt – und warum der Rheinradweg auf seiner Wunschliste steht.

Wie ist TRACK entstanden – gab es einen konkreten Moment oder eine Wanderung, bei der dir klar wurde: Dafür braucht es eine andere Art von App?
TRACK als Startup wurde zwar 2023 gegründet, die Idee ist aber bereits im Studium als Semester-Projekt 2020/2021 entstanden. Damals saßen wir alle wegen Corona im Lockdown nur vor den Bildschirmen im Online-Semester und als Ausgleich blieb eigentlich nur die Natur. Genau da habe ich für mich wieder entdeckt, wie gut es tut draußen unterwegs zu sein, aber auch wie die Strukturen beim Wandern zum Teil stark veraltet sind. Das möchte ich mit TRACK ändern.

Bist du selbst viel draußen unterwegs? Was bedeutet Wandern für dich persönlich – eher Abenteuer, Entschleunigung oder Entdecken?
Glücklicherweise ist ein Teil meiner Arbeit, die Wege, die mit TRACK ausgestattet werden, selbst abzulaufen. Trotzdem wäre ich gerne noch mehr draußen, weshalb ich versuche, regelmäßig Wanderungen als Pause einzuplanen. Das Wandern bringt mich wieder auf den Boden, lässt mich fokussieren und Regionen kennenlernen, die man so vielleicht sonst nicht auf dem Schirm gehabt hätte.

TRACK begleitet Menschen mit Audio auf offiziellen Wegen. Was verändert sich aus deiner Sicht, wenn man sich führen lässt – statt ständig aufs Display zu schauen?
Eine ganze Menge! Es gibt so viel Spannendes, während man da draußen unterwegs ist, welches man möglicherweise verpasst, allein nur weil man das Smartphone zur Navigation ständig bei sich trägt oder sogar nur in der Hand hat. Mit den automatischen Audioguides verschwindet das Handy in der Hosentasche und die Umgebung rückt wieder in den vollen Fokus. In Kombination mit hochwertigen Informationen zu dem, was du siehst und dich auf dem Weg dahin befindest, wird ein ganz anderes Wandererlebnis geschaffen.

Ihr setzt bewusst auf offizielle Wanderwege und respektiert Schutzgebiete. Warum ist dir diese klare Haltung wichtig – auch wenn sie vielleicht weniger „Freiheit“ verspricht?
TRACK steht für nachhaltigen Tourismus. Dazu gehört auch, das Entstehen von Trampelpfaden durch Nationalparks und Co oder den Betritt von Privatgelände, gesperrten Wegen durch Waldarbeiten oder Treibjagden, etc. zu vermeiden. Ich glaube, die meisten, die regelmäßig wandern, haben mindestens eine Story zu erzählen, bei der der angegebene Weg von anderen sich als echte Herausforderung entpuppt hat.

Viele Wander- und Radwege teilen sich Landschaften – manchmal sogar Strecken. Glaubst du, dass Wanderer und Radreisende ein ähnliches Mindset haben, wenn es ums Unterwegssein geht?
Ich glaube, im Kern haben Wandernde und Radreisende ein sehr ähnliches Mindset. Beide suchen das Draußensein, das Entdecken und das Gefühl, aus dem Alltag herauszutreten. Der Unterschied liegt weniger in der Motivation als im Tempo. Beim Wandern nimmt man Orte langsamer und detailreicher wahr, beim Radfahren eher in größeren Zusammenhängen. Das Grundbedürfnis, Landschaft zu erleben und zu verstehen, ist aber dasselbe.

Warst du selbst schon mal auf einem längeren Radweg unterwegs – oder gibt es einen Fernradweg, der auf deiner persönlichen Liste steht?
Tatsächlich habe ich das noch nicht ausprobiert, es steht aber wie gesagt auf meiner Liste an Dingen, die ich unbedingt noch machen möchte. Gerade trainiere ich darauf, einen Halbmarathon zu laufen, da würde sich eine lange Radtour eigentlich wunderbar als Ausdauertraining anbieten. Neben dem Elbradweg gibt es da noch den Rheinradweg, der auch ganz in der Nähe vorbeiläuft, der mich reizen würde.

Was wünschst du dir für die Zukunft des Unterwegsseins draußen – egal ob zu Fuß oder mit dem Rad?
Ich wünsche mir, dass Unterwegssein draußen wieder bewusster wird und Menschen sich stärker mit der Natur, Kultur und Geschichte der Orte befassen, in denen sie unterwegs sind. Wenn man nicht nur weiß, wo es lang geht, sondern auch versteht, wo man tatsächlich ist, verändert das die Wahrnehmung grundlegend. Dafür braucht es Angebote, die Orientierung und Inhalt verbinden. TRACK ist genau aus diesem Gedanken entstanden.

Wenn du eine einzige Audio-Botschaft aufnehmen müsstest, die Menschen auf einem Weg hören – egal wo auf der Welt – was würdest du ihnen mitgeben?
Da, wo du dich gerade befindest, gibt es unglaublich viel Neues zu entdecken. Echtes Unterwegssein beginnt ab dem Moment, wo das Handy verschwindet und man anfängt zuzuhören.

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